Stress lass nach: Arbeiten mit Freunden entspannt Affen

Österreichische Wissenschafterin untersucht Sozialverhalten von Javaneraffen

Forscher*innen der Universitäten Wien und Utrecht in den Niederlanden haben den Zusammenhang zwischen Kooperation, sozialen Beziehungen und Stress bei Javaneraffen untersucht. Unter der Leitung von Jorg Massen zeigt das Team, dass der Spiegel des Hormons Cortisol, ein Indikator für Stress, abnimmt, wenn die Affen mit einem befreundeten Gruppenmitglied zusammenarbeiten. Die Ergebnisse der Studie wurden nun in der Fachzeitschrift Royal Society Open Science veröffentlicht.

Javaneraffen sind eine in Südostasien beheimatete Affenart. Eine neue Studie der Universitäten Wien und Utrecht zeigt, dass der Stresspegel dieser Tiere sinkt, wenn sie mit einem Freund zusammenarbeiten. Dass Freundschaften kooperatives Verhalten verstärken, ist schon lange bekannt. Jetzt wurde erstmals gezeigt, wie die Physiologie damit in Zusammenhang steht.

Vierzehn Javaneraffen, die in einer großen Affengruppe im Biomedical Primate Research Centre in den Niederlanden leben, wurden von der Hauptautorin und österreichischen Biologin Martina Stocker trainiert. Die Tiere sollten mit anderen Gruppenmitgliedern zusammenarbeiten, um an Erdnüsse heranzukommen. Des Weiteren wurde ihnen beigebracht, auf speziellen Wattestäbchen zu kauen. Dadurch erhielt das Team Speichelproben für die Forschung. Sie wurden vor und nach der Zusammenarbeit der Affen entnommen, und für die Analyse des Hormons Cortisol verwendet. 

Die Studie zeigt, dass der Cortisolspiegel nach der Kooperation mit Freunden sank. War jedoch der Freund nur anwesend, ohne eine gemeinsame Aufgabe zu übernehmen oder arbeitete das Tier lediglich mit einem neutralen Gruppenmitglied zusammen, sank der Cortisolspiegel kaum. Dies schließt aus, dass der Cortisolspiegel aufgrund der bloßen Anwesenheit eines befreundeten Affen abnimmt und unterstreicht die Bedeutung enger sozialer Bindungen. "Dieser entspannende Effekt von kooperativen Interaktionen mit befreundeten Individuen könnte die Ursache sein für die Aufrechterhaltung langfristiger Zusammenarbeit, wie sie bei diesen Makaken, aber möglicherweise auch bei anderen Arten und/oder Menschen zu finden ist", sagt Martina Stocker.

Publikation in Royal Society Open Science:
Stocker M, Loretto M-C, Sterck EHM, Bugnyar T, Massen JJM. 2020 Cooperation with closely bonded individuals reduces cortisol levels in long-tailed macaques. R. Soc. Open Sci. 7: 191056.
dx.doi.org/10.1098/rsos.191056

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Alina Birkel

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